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Amiens, Frankreich, das erste Haus und die Wiege der Gemeinschaft

Rue du puis-vert.So eigenartig es auch scheint, hatte Marie Madeleines Wahl der Schule für ihren Sohn Eugène für sie selber Folgen, die ihr gesamtes Leben veränderten. 1814 lud der Bischof von Amiens die Jesuiten ein, eine Schule in der alten Abtei St. Acheul in der Stadt Amiens zu eröffnen. Marie Madeleine beschloss, Eugène in die neue Schule zu schicken, obschon sie Rue Dupuis heute.weit von zu Hause entfernt war. Marie Madeleine richtete sich auch in Amiens ein, um ihrem Kind zu helfen, sich zurecht zu finden und verrichtete schon bald an der Schule selbst Freiwilligenarbeit. Marie Madeleine lernte die Jesuiten Patres besser kennen und schätzen. Unter deren Leitung gedieh ihr Gebetsleben und sie fühlte sich vom Jesuitenideal, dem Sich-dem-Herrn-hingeben, angesprochen. Sie hatte jedoch einen jungen Sohn, den sie sehr liebte und von dem sie sich nicht trennen konnte. Andererseits war ihre Gotteserfahrung so stark, dass sie sie nicht ignorieren konnte.

1817 wurde Marie Madeleine klar, dass sie aufgerufen war, eine Ordensgemeinschaft zu gründen, und sie begann ein Haus zu suchen.

Das Haus, das sie 1817 an der Rue du puis-vert kaufte und in welches die ersten Gefährtinnen 1820 einzogen, liegt an der heutigen Rue Dupuis. Das Bild links zeigt die Strasse zu jener Zeit. Das Bild rechts zeigt die gleiche Ansicht heute mit dem Klostergebäude, das 1895 gebaut wurde. (Das Kloster war der hl. Philomena geweiht und die Statue an der Front-Fassade des Gebäudes stellt die Heilige dar.)

Ehemaliges Kloster des Anbetungsordens der Herz-Jesu-Schwestern 1823.Gerade um die Ecke der Rue Dupuis (ehemals Rue du puis-vert) war das Kloster der Herz-Jesu-Schwestern mit der grossen Kapelle. Vor der Revolution hatte dieses einem Anbetungsorden gehört. In dieser Kapelle machte Marie Madeleine eine tiefe mystische Erfahrung und hörte die Worte mich dürstet vom Kreuze herab. Diese Erfahrung hatte eine tiefe Auswirkung auf ihr Lebenswerk.

Ecke Rue des Augustins und Rue du Puits-Vert um 1830 zeigt das Gebäude in dem die ersten FCJ-Schwestern arme Kinder in Obhut nahmen.Als die ersten Gefährtinnen zusammenkamen, hüteten sie viele arme Kinder und Waisen und erteilten Abendunterricht für Frauen. Die Räume waren überbelegt. Die Stadtbehörden schätzten die Arbeit der Schwestern und auf deren Anfrage stellte der Kriegsminister Marie Madeleine und ihren Gefährtinnen zusätzliche Gebäude für ihre Arbeit mit den armen Kindern und den Frauen in der Umgebung zur Verfügung. Das Bild nebenan zeigt diese Unterkunft. Die Liegenschaft hatte einen Hof und Garten und bot Platz zum Arbeiten und Spielen. Der Abendunterricht wurde während vielen Jahren angeboten, bis eine für diesen Zweck gegründete Gemeinschaft diese Arbeit übernahm. 1846 beschaffte Marie Madeleine eine Liegenschaft in Camon, damals ein Dorf auf dem Lande. Dieses wurde zu einem Waisenhaus umfunktioniert und das Haus in Amiens wurde zu einem Internat ausgebaut. Die Schule war erfolgreich, wurde aber von der französischen Regierung 1904 geschlossen. Die Schwestern halfen den Leuten von Amiens bis 1974 weiterhin in verschiedenen Funktionen, als sie sich nach 150-jährigem Dienst an der Stadt zurückzogen. Es muss jedoch angemerkt werden, dass das Gebäude von 1895 heute als Unterkunft für Obdachlose gebraucht wird. So wird dieser Liebesdienst am gleichen geweihten Ort weitergeführt,wo Marie Madeleine und die ersten Gefährtinnen mit den Armen der Stadt arbeiteten.

Die FCJ-Schwestern halten am Haus fest, das Marie Madeleine 1817 kaufte und das die Wiege der Gemeinschaft ist. 

Lasst uns unseren Herrn bitten, uns den Geist der Gemeinschaft Jesus zu geben.
          Es ist Gottes Wille, dass wir diesen Geist haben sollen,
                   denn er gab uns die Satzungen.     (Marie Madeleine)